Schwertzugvogel

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Der Schwertzugvogel ist eine sichere, große und schnelle Zweimann-Jolle für Buten und Binnen. Leicht zu trailern und zu slippen, in wenigen Minuten aufgeriggt und segelklar und auch mit gemischter Mannschaft sicher und erfolgreich zu segeln. Für Regatta- und Tourensegeln gleich gut geeignet. Dies sind die Punkte, warum der Schwertzugvogel so beliebt ist.

Von der "Wanderjolle" zum durchkonstruierten Regattaboot

Nach 1945 sind eine ganze Reihe moderner Jollenklassen entstanden, die aber alle nur für den reinen Wettsegelsport geschaffen wurden. Es fehlte ein modernes kleines Schwertboot zum Wasserwandern, eine richtige, auch für den Trailertransport geeignete Wanderjolle. So wurde 1960 auf Veranlassung der YACHT der Zugvogel von Ernst Lehfeld als Wanderboot in Kiel- und Schwertausführung konstruiert. Die Bootsrümpfe in gleicher Abmessung. Sie unterscheiden sich lediglich im Gesamtgewicht, der Segelfläche und eben durch den Kiel oder das Schwert.
Schon zwei Jahre später sprach niemand mehr vom Wandern. Dennoch zeichnen Geräumigkeit und Sicherheit des Fahrtenbootes auch heute noch diese Bootsklasse aus. Aus der ursprünglichen Wanderjolle ist der Schwertzugvogel inzwischen ein durchkonstruiertes Regattaboot geworden. Der reine Holzbau wurde von der GFK-Sandwichbauweise für Schale und Deck verdrängt. Nach wie vor gibt es aber immer noch die klassische Variante mit Holzdeck und Holzcockpit. Durch einen wasserdichten Doppelboden abgeschottetes Vorschiff und die großen Lenzkanäle vom Achterschott zum Spiegel besitzt der Zugvogel ein selbstlenzendes Cockpit und sorgt so für Sicherheit bei einer Kenterung und schnelles Wiederaufrichten des Bootes. Wo früher ein Holzmast stand, steht heute ein modernes Alu-Rigg an Deck und bietet dem Regattasegler reichlich Trimm-Möglichkeiten mit einer Segelfläche von: Großsegel 10,8 m² - Genua 7,2 m². Tourenausführung 15 m².
Die ersten Klassenvereinigungen der Kiel- und Schwertboote wurden gegründet und 1965 vom Deutschen Segler-Verband als nationale Klassen anerkannt. Einzige Auflage war, dass Kiel- und Schwertboote als getrennte Klassen weitermachen, jedoch mit gemeinsamer Nummerierung. Die Entwicklung der Regattatätigkeit und der Boote selbst machte den Zugvogel zur Leistungsklasse neben den olympischen Klassen. 1971 wurden erstmals Leistungspässe vergeben. Die Schwerpunktregatten auf dem Gardasee, Travemünder Woche, Silberner Schwertzugvogel Steinhuder Meer und nicht zuletzt die Deutsche Meisterschaft sind die herausragenden Regatten in einem umfangreichen Regatta-Terminkalender.

Vier SZV am Nievenheimer See - zwei in Ohé en Laak

Der Yachtclub Bayer Leverkusen verfügt über sechs Schwertzugvögel. Davon sind vier am Hausrevier, dem Nievenheimer See, stationiert; zwei liegen in der zweiten Heimat des YCBL an der Maas in Ohé en Laak (NL). Die vier Zugvögel am Nievenheimer See werden für die Ausbildung, das Feierabend-Segeln und für das beliebte Crew-Race eingesetzt. Aber auch bei Rhein-Regatten nahmen schon Zugvögel des YCBL teil. Ab unserem Hafen in Ohé en Laak können Vereinsmitglieder mit den Zugvögeln die Maas mit ihren verbundenen Plassen (Baggerseen) in schönen Tagestouren absegeln. Ein Zugvogel ist hier sogar mit einem kleinen Außenborder versehen, damit auch bei Flaute die Rückkehr in den Heimathafen gesichert ist.

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