Störtebeker Opti Cup vom 26.–30. Juli 2014

Der Störtebeker Opti Cup 2014 – die einzige Opti-Regatta für die jüngsten Hochseepiraten

 

Alljährlich findet im Sommer vor Helgoland der Störtebeker Opti Cup („SOC“) für die Klassen Opti A und Opti B statt. Die Veranstalter der SOC selbst bezeichnen die Regatta als die Inoffizielle Deutsche Jüngsten Hochseemeisterschaft und damit die einzige deutsche Opti-Regatta fernab des Festlandes in der „Karibik“ auf der hohen Nordsee.

Keine Angst liebe Eltern: Das Sicherheitskonzept der DRLG und deren Umsetzung ist eines der Besten! Kein Steuermann verlässt den Strand, ohne dass die Boote vom Veranstalter täglich überprüft werden und der Steuermann seinen Ausweis abgibt, bevor er in See sticht. Die Boote werden geschlossen von den Begleitbooten eskortiert und kein Steuermann fährt allein ohne ein Begleitbot vom dem Wettfahrtgebiet wieder zurück.

 

Der SOC unterhält ein eigenes Internetportal, über das man Online melden kann und weitere wichtige Informationen enthält: http://www.opti-helgoland.de/.

 

Der SOC richtet aber auch jährlich auf der Hanseboot eine Melde-Party aus, auf der man dort direkt melden kann.

Christian H. (12) und Max H. (10) haben sich diesmal kurzfristig entschieden an diesem Event auf Helgoland teilzunehmen und starteten in den Klassen Opti A und Opti B. Im Anschluss an die Travemünder Woche, an der Sebastian im Laser Radial bei heftigen Winden teilnahm, fuhren wir am Freitag, den 25.07. mit unserem Wohnmobil nach Cuxhaven, wo wir am Nordseekai im alten Fischereihafen die Wiedervereinigung unserer Familie feierten. Denn zeitgleich reiste Andrea mit den anderen beiden Jungs aus Remscheid an. Wir gaben unseren Bootsanhänger im Hafen auf, wo die Boote und Ribbs am anderen Tag mit dem Frachtschiff nach Helgoland verbracht wurden.

Nachdem die Boote und unser Zubehör abgegeben waren, suchten wir ein nettes spanisches Restaurant auf. Am anderen Morgen fuhren wir, d.h. Christian, Max und ich, mit der AS Atlantis dem Frachtschiff hinterher Richtung Helgoland. Andrea nahm im Austausch Sebastian mit nach Hause.

 

Angekommen auf der Insel ist das Ausbooten mit den Börtebooten bereits das erste Highlight von so vielen anderen; eben einfach eine ganz besondere Veranstaltung für Opti-Piraten. Wir bezogen auf Helgoland im Oberland unseren Stützpunkt in einem sehr schönen Apartment. Die Unterkunftssituation auf Helgoland ist nicht immer ganz einfach und wegen der Ferienzeit oft früh ausgebucht. Das betrifft insbesondere für die Jugendherberge zu, auch wenn die Regattateilnehmer auf der Insel zelten können. Die Wegstrecken sind auf der Insel zu Fuß oder mit einem Roller zurückzulegen. Das Fahrradfahren ist dagegen nicht erlaubt.

 

Direkt am Anleger auf Helgoland hat der SOC zwei Festzelte aufgebaut; hier fand noch am Abend der Anreise eine Willkommens-Party statt. Den Lageplan auf Helgoland kann man über die SOC-Seite herunterladen: http://www.opti-helgoland.de/download/soc_lageplan_2014.pdf.

 

Die Segler und das Serviceteam wurden mit einem üppigen Frühstück und einem fleischhaltigen Abendessen gut versorgt.

 

Erstmalig wurde die Regatta über 3 Tage ausgetragen mit insgesamt 7 Wettfahrten.

Super schönes Sommerwetter bei idealen Windbedingungen begleitete die Steuerleute und deren Begleitung über die gesamte Zeit. An den beiden ersten Tagen wurde die Regatta vor der Düne hinter dem Südstrand ausgetragen (AREA 1 – Aadebrunn auf der SOC Regattabahn 2014, der Download ist hier möglich: http://www.opti-helgoland.de/download/soc_regattabahn_2014.pdf).

Am ersten Regattatag – gesegelt wurde ein Outer Loop und ein Inner Loop - passte es für die YCBL-Jugend noch nicht so richtig: Christian lag zwar nach der ersten Kreuz auf einen aussichtsreichten 5. Platz, verlor aber auf der 2. Kreuz, da er sich für die falsche Seite entschied, 10 Plätze und beendete die Wettfahrt auf Rang 13.

 

Die nächsten beiden Rennen beendete Christian auf Rang 3. bzw. 2. Leider trieb Christian bei fortscheitender Ebbe vor dem Start der 3. Wettfahrt über die Startlinie und fing sich so ein BfG ein. Bei Opti B wurde wegen der noch stärkeren Strömung der Start der 3. Wettfahrt mehrfach wiederholt. Auch Max fing sich in der 3. Wettfahrt gleich 2 Mal ein BfG ein, was im Ergebnis ein DNE bedeutet. Hier hat er sicherlich gelernt, sich nach einem allgemeinen Rückruf zu vergewissern, ob seine Segelnummer auf dem Board der Startschiffes steht (auch wenn man, wie er von Pin-End startet und keine Betreuung auf dem Wasser hat, die einem hier helfen könnte).

 

Dagegen liefen am 2. Wettkampftag die nächsten 3 Wettfahrten für Christian besser; er legte hier eine tolle Serie mit den Plätzen 3, 2, 1 hin.

Mit einem aussichtsreichen 3. Platz nach dem 2. Tag und der guten Möglichkeit sich noch um ein bis zwei Plätze zu verbessern, sollte die Regatta für Opti A mit der letzten Wettfahrt entschieden werden. Am Tag 3 fand die Regatta in der Area 2, also zwischen der Insel und der Düne, statt. Ausgelegt wurde ein „Up and Down“ Kurs quer zur Fahrrinne zwischen Insel und Düne. Die Startlinie lag direkt vor der Insel Helgoland. Die Luv-Tonne lag hinter der Düne am Dünnendamm-Weet vorbei, vor dem Nordstrand in Höhe der auf der Karte eingetragenen Tonne. Die Flut drückte das Wasser von Nord kommend durch die enge Fahrrinne „Wal“, so dass – auch wegen der Abdeckung – der goldene Weg gegen den Strom nur über die linke Seite gehen konnte. Die Boote, die über Steuerboard starteten bzw. kreuzten, wurden unbarmherzig in die Fahrrinne vertrieben und konnten wegen der Abdeckung durch die Dünne diesen „Fehler“ nicht mehr korrigieren und gegen die Strömung ankreuzen.

 

Chrissi erwischte einen super Start und lag auf der 1. und 2. Kreuz auf einen hervorragenden 2. Platz. Er nahm auch das Lee Gate auf der richtigen Seite und halste richtigerweise mit der Strömung und nicht gegen die Strömung durch das Gate. Aber auf seiner letzten Kreuz zum Ziel, kurz vor der Luv-Tonne erwischte Christian eine „Parkposition“ aus der er sich dann nicht mehr rechtzeitig befreien konnte. Christian beendete dadurch die 7. Wettfahrt mit Rang 16. Aus war der Traum, auch wenn er auf seiner ersten Hochsee-Regatta – ohne jedes Coaching und Betreuung auf dem Wasser – einen tollen 5. Platz belegte. Auch Max kam am letzten Tag mit dieser schwierigen Situation recht gut zurecht und belegte einen tollen 26. Platz, was für Max Platz 39. in der Gesamtwertung bedeutete.

 

Mit einem freien Strandtag auf der Dünne endete am Mittwoch unser Abendteuer auf Helgoland. Die AS Atlantis brachte uns sicher zurück nach Cuxhaven; es bleiben uns unvergessliche Eindrücke von einer tollen Regatta. Für angehende Hochseepiraten bleibt Helgoland die Karibik des Nordens – so heiß und schwül war das Wetter allemal.

 

P.S.: Ein Schock ereilte mich, als ich mein Wohnmobil aufsuchte, dass ich vor unserer Abreise nach Helgoland auf einer freien Wiese parkte, auf der auch andere Wohnmobile und LKWs parkten. Auf dieser Wiese residierte bei meiner Rückkehr ein Zirkus mit vielen Tieren, LKWs und einem aufgebauten Zirkuszelt. Mitten drin als Fremdkörper stand mein Wohnmobil. Dank sei an dieser Stelle dem Zirkus, der mein Wohnmobil auf diesen ungeeigneten Standort als Fremdkörper duldete und nicht abschleppen ließ.

 

Thorsten H.