Juniorencrew erobert die Ostsee

Wir, also Amina, Meike, Manuel und Niklas, haben uns der Herausforderung angenommen, die Vereinsyacht als jüngste Crew zu übernehmen. Für diesen ersten Juniorentörn, planten wir einmal rund um Bornholm zu segeln. Mit einem Durchschnittsalter von 20,1 Jahren und einer Skipperin mit gerade mal 18 Jahren, welche die jüngste an Bord war, starteten wir unsere Reise.  Die erste Etappe ging von Greifswald nach Sassnitz. Nachdem der erste Ableger reibungslos gelungen war, fiel die Anspannung sofort. Sobald wir das Ende des Kanals erreichten, wurden auch schon die Segel gesetzt. Wir hatten uns vorgenommen  so wenig wie möglich den Motor zu beanspruchen.

Die Strecke nach Sassnitz zog sich, da wir gegen den Wind kreuzen mussten. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit beschlossen wir schon auf dem Wasser zu kochen. Auch wenn der Herd kardanisch aufgehangen war, erschwerte die dauerhafte Krängung und die raue Welle der Ostsee das Kochen. Jedoch hat sich die Bemühung gelohnt, denn als wir in der Marina in Sassnitz anlegten, wurden wir mit einem Hafenfest inklusive Kirmes und Feuerwerk in Empfang genommen. Diesen Abend wurde dann mit gemeinsamen Kartenspielen und dem ersten Anleger-Bier genossen.

 

Am nächsten Morgen legten wir früh wieder ab um die 65 Seemeilen nach Rōnne entspannt zu meistern. Hier mussten wir aufgrund der erweiterten Arbeiten des Windparks einen kleinen Umweg fahren. Der Wind kam diesmal mit genügend Beaufort aus der passenden Richtung. Für den Genacker war es dann leider doch schon zu viel Wind. In Rōnne angekommen merkten wir schnell, dass die dänischen Häfen etwas gefüllter und kleiner sind als erwartet. So legten wir uns nach kurzem Überlegen schließlich ins Päckchen.

 

Am 3. Törntag umsegelten wir die erste Hälfte von Bornholm bei 4–5 Bf und gut Welle. In Svaneke angekommen wurde das Schiff wieder klar zum Anlegen mit den Fender „Ready to kick off “ vorbereitet. Die Hafeneinfahrt war sehr schmal und die stehende Welle machte die Suche nach einem geeigneten Liegeplatz nicht einfacher. Wir waren froh den Luxus des Bugstrahlruders genießen zu können. Es war überraschend wie viele Segler im Hafen uns Ihre Hilfe anboten und erstaunt über die vier „Jugendlichen“ auf dieser 41 Fuß Segelyacht waren. Auch in dieser kleinen Marina blieben uns nicht viele Möglichkeiten: Entweder einen anderen Hafen aufsuchen, in den noch engeren Innenhafen oder wieder ins Päckchen mit einer Motoryacht legen. Wir entschieden uns für die letztere Variante. Auch hier waren die Besitzer sehr freundlich und hilfsbereit. Den restlichen Tag erkundeten wir das kleine Städtchen von Svaneke, gingen Einkaufen und schauten Abends noch das Halbfinale der Fußball-WM. Nun war die Hälfte unseres Törns auch schon vorbei und Rōnne wurde am nächsten Morgen wieder angesteuert. Der Wind ließ wieder etwas nach und die Strecke segelte sich angenehm.

 

 Nun hatten wir unsere Mission, einmal rund Bornholm zu segeln, geschafft. Jetzt mussten wir nur noch wieder über Sassnitz zurück nach Greifswald. Auf diesen letzten beiden Etappen kam sogar der bunte Genacker zum Einsatz. Auch die Badetauglichkeit der Ostsee wurde von Meike und Manuel während eines Windloches getestet. 

Unseren ersten “Solo”-Törn mussten wir natürlich in vielen Bildern und Video-Material aus den verschiedensten Perspektiven festhalten. So war es nicht ungewöhnlich zweimal am Tag, eine Person im Mast der LeYa zu entdecken.

 

Die Zeit auf dem Schiff ging ziemlich schnell vorbei. Erstens, weil wir den ganzen Tag am Segeln und an der frischen Luft waren, und zweitens, weil wir einfach zusammen eine sehr schöne Zeit hatten. Nach dieser Woche gab es bei uns zwei Gedanken; “Warum haben wir das jetzt erst gemacht?“ und “Auf jeden Fall müssen wir das wiederholen!“.

 

Wir sind dankbar, dass der Verein uns die Möglichkeit bietet und auch uns durch einen Junioren SKS Kurs für solche Törns vorbereitet!

 

 

Vielen Dank @Amina für den Bericht